Wrong, Michela:
Auf den Spuren von Mr. Kurtz
Mobutus Aufstieg und Kongos Fall



Critica Diabolis 107

Aus dem Englischen von Norbert Hofmann

Paperback, 336 Seiten
19.- Euro
ISBN: 3-89320-058-4

vergriffen, Restexemplare beim Verlag erhältlich

Selbst hartgesottene Globetrotter meiden seit langem Kongo, das bis 1997 noch Zaire hieß. Woher kommt diese Finsternis im Herzen Afrikas? Es war und ist ein Ort der Begehrlichkeiten. Arabische Sklavenhändler, englische Abenteurer, ein belgischer König, Kupferkonzerne, Diamanten- und Waffenhändler, der CIA, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds, wohlmeinende Helfer und Gestrandete - alle hatten gute materielle Gründe, Kongo heimzusuchen. Die englische Journalistin Michela Wrong, die in den neunziger Jahren als Korrespondentin für Reuters in Kinshasa arbeitete und die letzten Jahre des Präsidenten Mobutu Sese Seko miterlebte, schildert die Vorgeschichte seiner Herrschaft, den vom Westen unterstützten Aufstieg des kleinen Feldwebels zum Präsidenten und den unaufhaltsamen Niedergang Zaires.

In Wrongs Buch spiegeln sich die verheerenden Auswirkungen einer über drei Jahrzehnte ungehinderten Kleptokratie. Nicht einer allein hat dieses riesige und reiche Land in den Ruin getrieben. Unzählige im In- und Ausland haben willfährig daran mitgewirkt. Wrong schaut mit bösem Blick auf die Teilnehmer an der großen Plünderungsorgie und ohne Sentimentalität und Anbiederung auf die Verlierer. Heute ist Kongo Beute von habgierigen Nachbarländern und Rebellen, die eher Räubern als Freiheitskämpfern ähneln. Dieses Buch holt ein Land mit 50 Millionen Einwohnern zurück aus der Vergessenheit. Mr. Kurtz ist die Hauptfigur in Joseph Conrads Roman »Herz der Finsternis«, der ja auch in Coppolas »Apocalypse now« eine Würdigung erfuhr. Mr. Kurtz als Bild für eine Zivilisation, die in ihrem Bestreben, die »Wilden zu zivilisieren«, selbst barbarisiert.


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Pressestimmen:

  • »... ausgesprochen informative und gut lesbare Studie.« (Rudolf Walther, Frankfurter Rundschau)
  • »Michela Wrongs Darstellung des Zaire unter dem Diktator Joseph-Désiré Mobutu darf als Warnung davor gelesen werden, was dem Kongo erneut blühen könnte, falls der Krieg zu Ende geht.« (Dominic Johnson, in: taz)
  • »Sie hat ein kühles, glänzendes, kaleidoskopartiges Buch geschrieben. Ihr Bericht über den Niedergang Kinshasas und Mobutus Flucht hat etwas von den Afrika-Reiseberichten von Evelyn Waugh.« (The Times)
  • »Frau Wrong hat einen brillanten Bericht über Afrikas ungewöhnlichsten Diktator geschrieben. Wie Ryszard Kapuscinskis Porträt von Haile Selassie aus Äthiopien wird dieses Buch ein Klassiker... Die Geschichte Mobutus ist mit sarkastischem Witz und einem köstlichen Sinn für Ironie, und ziemlich wenig Respekt für den Mann selbst, geschrieben.« (Economist)
  • »Ein wunderbar zu lesender und lebendiger Bericht, geschrieben mit dem Auge eines Romanciers... das packendste und erhellendste Buch über Afrika, das ich seit Jahren gelesen habe.« (Anthony Sampson, Spectator )