Penzel, Matthias/ Waibel, Ambros:
Rebell im Cola-Hinterland
Jörg Fauser - Die Biografie



Critica Diabolis 121

Paperback, 288 Seiten
16.- Euro, 27,70 SFr.
ISBN: 3-89320-076-2

Am 16. Juli 2004 wäre Jörg Fauser sechzig Jahre alt geworden. Nicht erst seit seinem frühen und rätselhaften Unfalltod 1987gehört Jörg Fauser zu den schillerndsten deutschen Autoren. Als "deutschen Bukowski" reklamiert ihn die Sozial-Beat-Szene für sich und im Kanon der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ist er einer der fünfundzwanzig wichtigsten Autoren der jungen deutschen Szene.

Jörg Fauser, der mit seinen Krimis Der Schneemann und Das Schlangenmaul den literarischen Durchbruch schaffte, vor allem aber mit seinem autobiografischen Roman Rohstoff eines der Schlüsselbücher der deutschen Literatur nach '68 schrieb, war nicht nur ein außergewöhnlicher Autor. Er hatte auch einen außergewöhnlichen Lebensweg. Vater: Künstler; Mutter: Schauspielerin; beide Antifaschisten. Jörg Fauser brach Schule und Ersatzdienst ab, ging Anfang der sechziger Jahre nach London, beschäftigte sich intensiv mit der neuen angloamerikanischen Jugendkultur.

Er wurde heroinabhängig, lebte im Istanbuler Junkieviertel Tophane, mischte 1968 in den Berliner Kommunen mit, dann im Frankfurter Häuserkampf. Literarisch orientierte sich Jörg Fauser zunächst am amerikanischen Beat, experimentierte mit Formen wie Cut-up. Seit Mitte der siebziger Jahre, inzwischen in München lebend, erarbeitete er sich als Kritiker einen eigenen Literaturkanon. Seine Essays über Chandler, Hammett, Greene, Fallada, Joseph Roth u.v.a. sind Sternstunden des Genres. Gleichzeitig war Fauser ein unbestechlicher Kritiker deutscher Zustände, der früh den Links- und Hippiemuff durchschaute, ohne jemals Moden zu folgen oder zum Mainstream zu wechseln. Die Biografie wird all diese Aspekte von Fausers Leben und Werk beschreiben und analysieren.


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Pressestimmen:

  • »...detailversessen, kenntnsreich und erhellend - und dies nicht nur für ausgemachte Fauser-Fans. Denn die Autoren Matthias Penzel und Ambros Waibel verstehen es anschaulich, Fausers Entwicklung als Autor wie als Mensch, seine späteren Erfolge und seine Bedeutung und Strahlkraft für die Literatur der Bundesrepublik der 80er Jahre unter einen Hut zu bringen. Zugleich erweist sich die entstandene Lebensschau als differenzierter Stimmungsbericht jener Jahre zwischen 1964 und seinem Tod 1987 - und der teils widerstreitenden Kontexte, in denen sich Fauser ruhelos bewegte, auf der Suche nach einer eigenen, unverwechselbaren Stimme.« (Peter Henning im tip)
  • »Matthias Penzel und Ambros Waibel gehen in ihrer hervorragend recherchierten, spannenden, allemal würdigen Biografie `Rebell im Cola-Hinterland´ ihrem Hausheiligen denn auch nicht auf den Leim. Sie erzählen skrupulös und detailreich sein Leben, das mit einem Spaziergang auf der Autobahn am 17. Juli 1987, ausgerechnet an seinem 43. Geburtstag ein frühes und legendenträchtiges Ende nimmt, machen aber nicht den Fehler, das Werk auf die Vita zu reduzieren. Vielmehr beharren sie immer wieder mit guten Beispielen auf dem vielseitigen Stilisten, begnadeten Melancholiker, eben dem Künstler.« (Frank Schäfer, taz)
  • »Den beiden Verfassern Matthias Penzel und Ambros Waibel gelingt es glänzend, Fausers Entwicklung als Autor wie als Mensch, sein literarisches Schaffen und seine Bedeutung für die deutsche Literatur der späten achtziger Jahre zu verbinden, ohne das vorgegebene Material zu verbiegen. Zugleich erweist sich der Band als differenzierter Stimmungsbericht von den gesellschaftlichen Rändern jener Jahre, zwischen denen Fauser sich auf der Suche nach einer eigenen, unverwechselbaren literarischen Stimme ruhelos bewegte.« (Peter Henning, Die ZEIT)