Droste, Wiglaf:
Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?



Critica Diabolis 150

HC, Schutzumschlag mit Lesebändchen,
264 Seiten 10.00 EUR, 18.50 SFr.
ISBN: 3-89320-116-5

Wiglaf Droste war hellwach unterwegs, erlebte Eigenartiges und Unzumutbares, suchte und fand traumsicher auch das Schöne, wählte aus und schrieb es auf, wie nur Wiglaf Droste das aufschreiben kann. An einem sonnigen Tag im Park beobachtet er "ein gemischtes Sextett" zur Musik von Mikis Theodorakis "um Kerzen herumtaumeln, fern jeder Rhythmik, ungelenk und tapsig", in unfreiwillig komischer Selbstverwirklichung sich übend. Droste mauert nicht; gibt Einblick in seine nur zehn Wochen währende Tätigkeit als Werbetexter: "Der Kunde stellte Motoröl her? Kein Problem: Wir schmieren nicht nur den Kanzler, sondern auch den Motor seines Wagens." Und schon war eine vielversprechende Karriere beendet.

Drostes Liebeserklärungen an das Kino, den Fußballspieler Del Piero, Tom Petty, Sondermann oder an James Krüss sind Preziosen, denen man Drostes seelenverwandte Verbundenheit anmerkt. Harsch dagegen verwahrt er sich gegen die Elster, den "Skinhead der Lüfte"; das mediale Nullundnichtig kontert er lächelnd souverän aus: "Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?" Drostes neues Buch ist ein Universum, in dem man sich auf angenehme Weise verlieren kann. Dieser Autor geizt nicht, er gibt alles - Stil, Geist und Gefühl.

Titelbild von Nikolaus Heidelbach


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Pressestimmen:

  • »Droste fühlt das Einzelne heraus, in dem sich bündig unser Ganzes ausspricht. Er hat Nase und Temperament des echten Satirikers.« (Süddeutsche Zeitung)
  • »Der Tom Waits der satirischen Schnappschüsse.« (Galore)
  • »Vielleicht ist die Höflichkeit von Wiglaf Droste aber auch Ausdruck einer tiefen, existentiellen, ja existentialistischen Liebe zu den Menschen, die sich aus dem Credo speist, das er an diesem Abend in der Kolumne Existentialismus heute so erklärt: Nicht ausweichen, die volle Dosis Elend nehmen, die ganze Portion, bis zur Neige, und dann sagen: Ja, ich will - das ist Leben.« (Badische Zeitung)
  • »Das ist lachend mitten ins schwarze Herz der Gegenwart getroffen« (Der Standard, Wien)
  • »Gefeierter wie gefürchteter Pate der deutschen Satire.« (Das Magazin)
  • »Wiglaf Droste ist gerecht, höflich und manchmal nobel.« (Eulenspiegel)