Bauer, Joe:
In Stiefeln durch Stuttgart
Zwischen Komakäufern und Rebellen



Critica Diabolis 230

Broschur, ca. 200 Seiten,
ca. 14.- Euro
ISBN: 978-3-89320-202-7

Joe Bauer hat das Flanieren für sich entdeckt, lange bevor es in Kursen und Touren für modische Stadt-Entdeckungen missbraucht wurde. Seit Jahren streift er durch den heimischen Talkessel, sieht Tiefen und Abgründe unter den Hügeln, beleuchtet den Umgang von Politkern und Investoren mit den Städten und Menschen. Sarkastisch, selbstironisch, melancholisch beschreibt er sein Verhältnis zu seiner Stadt und der Welt. Mit der Neugier des Spaziergängers erinnert er an ehrbare schwäbische Rebellen, spottet über den provinziellen Größenwahn der Stadtverschandler, schildert, warum die Einschusslöcher in Trotzkis mexikanischem Exil an die Geschichte des Stuttgarter Südens erinnern.

Beim Blick auf Bohrmaschinen mit Namen »Suse« und Tunnel für S 21 erkennt man den Geist der Beton-Republik: Plattenbauten hier, Stalin-Allee dort. Das Party-Gedöns in den Einkaufskomplexen ist die Fortsetzung der Trachten-Gelage in den Bierzelten der Rummelplätze. Doch trotz aller Gleichmacherei in Glas und Beton findet der Flaneur in seiner Stadt die Nischen des Lebens: die Reize im Rotlicht der allein gelassenen Altstadt, die ohrenbetäubende Ruhe im Plattenladen, die vollkommene Erholung am Waldrand bei den Stuttgarter Kickers.


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Cover in Druckqualität

Pressestimmen:

  • »Das ist zum Teil sehr komisch, zum Teil erregend und manchmal herzzerreißend. Getragen aber ist all das, und das ist die Hauptsache, von leidenschaftlichem Interesse am Vorhandenen wie am Verschwundenen. Man könnte diese Prosa [...] als das Gegenteil von hip bezeichnen. Joe Bauer ist ein Mann mit Stil und Haltung – und, wie im Lauf der Zeit immer deutlicher wird, ein Mann mit einer Mission: Bürger, schaut auf eure Stadt!« (Julia Schröder, Stuttgarter Zeitung)
  • »Sie suchen einen Stuttgart-Stadtführer? Nehmen Sie zur Abwechslung einen Flaneur! Greifen Sie zum neuen Buch von Joe Bauer, dem großen Fährtenleser. [...]Folgen Sie seiner Spur, auch auf die Gefahr hin, nicht bei den üblichen Postkartenmotiven zu landen, sondern an Orten, die zunächst unspektakulär scheinen und die anfangen zu leben, sobald man dem Flaneur lauscht.« (Jan Sellner, Stuttgarter Nachrichten)
  • Joe Bauer ist von den Stuttgarter Medien wohl derjenige, der alle Obrigkeit ... am unerschrockensten und witzigsten attackiert.« (Die Zeit)