Cederström, Carl & Spicer, André:
Das Wellness-Syndrom
Die Glücksdoktrin und der perfekte Mensch



Critica Diabolis 231

Aus dem Englischen von Norbert Hofmann

Paperback,
192 Seiten, 16.- Euro
ISBN: 978-3-89320-205-8

In diesem Buch argumentieren Carl Cederström und André Spicer, dass sich der allgegenwärtige Druck, unser Wohlbefinden zu maximieren, inzwischen gegen uns richtet, uns schlecht fühlen lässt und dazu führt, dass wir uns in uns zurückziehen. Das Wellness-Syndrom folgt Gesundheitsfreaks, die bis zum Äußersten gehen, um die perfekte Diät zu finden, Angestellten, die den Tag mit einer Tanzparty beginnen, und den »Self-Trackern«, die alle Körperdaten messen, einschließlich ihrer Toilettengewohnheiten. Das ist eine Welt, in der sich gut fühlen ununterscheidbar geworden ist von gut sein.

Vorstellungen von sozialer Veränderung sind auf Träume individueller Verwandlung reduziert, politische Debatten werden von ödem Moralisieren ersetzt, und wissenschaftliche Beweise werden gegen New-Age-Täuschungen eingetauscht. Eine anschauliche und witzige Diagnose des Wellnesskults für jeden, der misstrauisch ist gegenüber der unablässigen Suche nach mehr Glück und Gesundheit.


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Pressestimmen:

  • »Gewiss, Cederström und Spicer diskutieren Extreme, die sie bislang eher auf dem amerikanischen und britischen Arbeitsmarkt finden. Aber in dieser Zuspitzung ist das Buch auch ein Gedankenexperiment: Auf welchen Weg geraten wir, wenn aus dem Ein-wenig-auf-die-Gesundheit-achten eine Ideologie wird, die unseren Marktwert bestimmt?« (Manuela Lenzen, FAZ)
  • »Immer mehr Menschen führen das eigene Leben wie ein Geschäft und versuchen, noch in ihrer Freizeit effizient zu sein. Cederström und Spicer schildern diesen Wandel von der "Work-Ethic" zur "Workout-Ethic" scharfzüngig, mit einem Auge für absurde Auswüchse. « (DRadio Kultur)
  • »Cederström und Spicer sezieren brillant die Anatomie der Glücksdoktrin.« (Pascal Jurt, taz)
  • »Soviel Zwang zu Gesundheit und Glück war nie - es ist die Perversion menschlichen Daseins, Glück ohne Unglück zu wollen, Gesundheit ohne Krankheit, Perfektion statt der Aussicht und Möglichkeit, eben auch zu scheitern. In ihrem Buch zerpflücken Carl Cederström und André Spicer den grassierenden protestantischen Zwangserfolgssalat auf überzeugende und vor allem souverän, leichte, einleuchtende humorvoll distanzierte Weise.« (Wiglaf Droste, junge welt)
  • »Gegen den kranken Zwang zum positiv thinking regt dieses schlaue, witzige Buch dazu an, öfters negativ zu denken« (philosophie-Magazin)
  • »In 'Das Wellness-Syndrom' geht es letztlich nicht um Wellness per se. Das Buch ist vielmehr als Dokumentation darüber zu verstehen, wie der Wellness-Befehl in alle Lebensbereiche eindringt. Ziel der Studie ist es zu zeigen, wie Wellness zum Mainstream, zu einer Ideologie, ja gar zu einem moralischen Imperativ geworden ist.« (Catarina Gomes de Almeida, booknerds)
  • »Mittels einer umfassenden Reihe von Fallstudien diagnostizieren Carl Cederström und André Spicer die Obsession des gegenwärtigen Kapitalismus mit ›Wellness‹. Das Wellness-Syndrom ist eine beißend geistreiche Analyse, wie Ideologie heute funktioniert. Es weist nach, dass die Fixierung auf Gesundheit selbst krankhaft ist – und dass Krankheit befreiend sein kann.« (Mark Fisher, Autor von Gespenster meines Lebens)
  • »Wir alle spüren, dass die Politik sich dramatisch verändert hat. Weniger interessiert am politischen Körper als je zuvor, sind wir weitaus mehr mit unserem eigenen Körper beschäftigt – durch Medizin, Meditationsseminare oder Fitnessklassen. Wie dieses aufschlussreiche und elegant geschriebene Buch zeigt, markiert diese Verschiebung einen dramatischen Wechsel in unserer Gesellschaft, da sie Gesundheit und Glück zu den neuen Kennzeichen von ›Moralität‹ und ›Amoralität‹ macht. Dicke Menschen und Raucher sind nun vereinigt in ihrer gemeinsamen Amoral. Mit einer beeindruckenden Reihe von Beweisen wirft dieses Buch ein dringend benötigtes Licht auf die neue Tyrannei, die von den kulturellen Normen Gesundheit und Glück ausgeübt wird.« (Eva Illouz, Hebrew University of Jerusalem)
  • »Ein wunderbares Buch, das die Wellness-Ideologie bloßstellt als das, was sie ist: eine dumme und scheußliche Fantasie von authentischer Selbstbeherrschung. Wie dieses zeitgemäße und unterhaltsame Buch zeigt, müssen solche Wahnvorstellungen entlarvt werden.« (Simon Critchley, The New School for Social Research)
  • »Carl Cederströms und André Spicers brillant-sarkastische Anatomie des Wellness-Syndroms konzentriert sich auf die Art und Weise, in der der Druck, gesund zu sein, als ein moralisierender Befehl wirkt und politisches Engagement verdrängt … Beide Autoren würden zweifellos zustimmen, dass nichts Falsches daran ist, gesund zu sein oder gesund sein zu wollen. Aber, wie ihr zutiefst menschenfreundliches und überzeugendes Buch zeigt, ist es etwas ganz Anderes, gesagt zu bekommen, man habe gesund und fit zu sein. Eine Gesellschaft, in der Wellness zur Pflicht wird, ist krank.« (Steven Poole, Guardian)
  • »Das Wellness-Syndrom schleicht sich wie ein U-Boot unter die verlogen beschaulichen Oberflächenerzählungen gegenwärtiger Ideologie, bevor es mit verheerender Wirkung die bösartigste aller neoliberalen Doktrinen torpediert: Positivität.« (Tom McCarthy, Autor von 8 ½ Millionen)