Droste, Wiglaf & Heidelbach, Nikolaus:
Nomade im Speck



Critica Diabolis 235

Klappenbroschur, 4-farb-Druck
192 Seiten, 18.- Euro
ISBN: 978-3-89320-208-9

Herrlich sei das Reisen, sagt der Nichtsesshafte, man lege sich als glühendes Eisen in die Herdfeuer der Sesshaften. Gerade weil er keiner von ihnen ist, mag der Reisende Sesshafte gern, und sie mögen ihn aus demselben Grunde auch. Die Sesshaften ziehen Kinder groß, wissen alles über Masern, Mumps und Meerschweinchen, und wann immer man sie besucht, sind sie viel zu k.o., um unglücklich zu sein. Meiden muss der Reisende Einliegewohner, also solche, die ihr Leben aus Trägheit in Sesshaft verbringen, viel lieber anderswo wären, sich aber nicht aufraffen können und dann den Reisenden unfroh, neidisch nörgelnd und schweinchenschlauhaft anäugeln und fragen: Wovor läufst du eigentlich weg? Dann lächelt der Reisende und sagt freundlich: Vor Besorgtheitsheuchlern wie dir selbstverständlich. Lieber Vagabund als moribund mit Kummerbund. Und dann ist er auch schon wieder weg, auf dem Weg als Nomade im Speck.


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Pressestimmen:

  • »Der neue Band zeigt eine neue Stufe der Abgeklärtheit ... Die Misanthropie wird tänzerisch, Wortspiele klimpern mit eleganter Beiläufigkeit. Dazu kommen die Momente von Lebensgenuss und Einklang mit sich selbst ... Rhythmisch perfekt phrasierte Prosa.« (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung)
  • »Überhaupt ist das Schöne an diesem Buch, dass Droste die Gattung der Kolumne mit der Kurzgeschichte und Anekdote zu kreuzen versteht... Droste hat zudem das große Glück, dass ein fabelhafter Zeichner wie Nikolaus Heidelbach mit ihm zusammenarbeitet. Zur guten Kolumne gehört die Kunst des Abschweifens und Assoziierens; die Argumentations- und Räsonierlinie hat schlangenförmig zu sein... Solche ebenso lässigen wie plausiblen Plauder-Kurven lässt man sich gern gefallen.« (Wolfgang Schneider, FAZ)
  • »Eben kaufte ich Bücher, eine Notration mich nie enttäuschender Privatgötter, freudig sah ich 'Nomade im Speck' und kaufte es, perfekt, wenn ich mal Heimweh nach der Sprache (logischerweise häufiger als nach dem Land selbst) habe. Doch nun habe ich mich gleich festgelesen darin und werde es wohl noch vor dem Abflug ganz gelesen haben. Und es trotzdem mitnehmen! Nämlich, um es dann einfach nochmal zu lesen. Die ersten Geschichten gleich sind so wundervoll, präzise, komisch, zart. Als läse man ein neues Buch von Polgar. Ganz begeistert.« (Benjamin von Stuckrad-Barre)
  • »Erinnerungs-, Freundschafts- wie Küchengenüsse. Frikadellen mit Kapern, Knoblauch und Chili, kalauergefährliche Pizza Pizzo, Hinkenbrötchen, Banditen-Frijoles, Nudeln mit Nichts. In alledem, eingeträufelt wie feinstes Olivenöl, kräftige Lebensweisheiten - durch Barbesuche zur schönsten Klarheit filtriert.« (Erhard Schütz, der Freitag)
  • »Wiglaf Droste hat so eine Lust am Wortübermut, am Sprachschabernak und an der schönen Schnurre. ... Das Buch versammelt in 33 melodischen Miniaturen Liebeserklärungen an das gute Leben im Vagabundieren ... das Gute Leben hält da vieles bereit für den, der es wagt, auf nicht ausgeschilderten Wegen unterwegs zu sein. ... Nikolaus Heidelbach kann illustratorisch überhaupt alles, inklusive liebevoll boshaft sein, da treffen sich seine und Drostes Kunst fein und zart, ja zärtlich.« (Gitta List, schnüss - Bonner Stadtmagazin)
  • »Gelungene Feuilletonbeiträge sind eine große, im besten Fall sinnliche Kunst. Wiglaf Droste beherrscht sie leicht und locker. In seinem neuen Buch 'Nomade im Speck' geht er nicht so bärbeißerisch und polemisch zu Werke wie sonst. Im Gegenteil: Er wählt einen lockeren Plauderton, der den Autor auch von seiner allerpersönlichsten Seite zeigt. Mal heiter, mal mit Tiefsinn, immer aber höchst eloquent nimmt Droste den Leser mit auf seine Reisen, die mal nach Schottland, mal in die Schweiz, bevorzugt aber in südliche Gefilde führen, und weiß dabei, durchaus anekdotisch gestimmt, viel Wissenswertes und Erhellendes zu berichten. Vor allem über ein Leib­ und Magen­Thema Drostes, die Vorzüge der jeweiligen Küche. Womit wir wieder bei der Sinnlichkeit wären, ohne die der Literatur einfach die Würze fehlt. Ein Autor, der sich immer wieder neu erfindet – von Buch zu Buch. Und dafür sind wir ihm sehr dankbar.« (Walter Gödden, Westfalenspiegel)
  • »Die Sonne scheint aus Deinem Buch und durchbricht gerade den Küchendunst. Du lieferst ein wunderbar heitere Grundierung, und alles ist von einem unauffälligen Ernst durchwoben, grad so wie ich es gerne habe. Über den Nikolaus braucht es kein lobendes Wort. Eh klar, er ist der Weltmeister.« (Vincent Klink)
  • »Droste kann dem Sesshaften nur die Haft abgewinnen, im Nomadenleben hingegen fühlt er sich wohl und geleitet den werten Leser durch so manches Abenteuer in Sachsen, Mexiko oder Italien.« (Jürgen Weber, versalia - Literaturportal)