Pohrt, Wolfgang:
Brothers in Crime
Die Menschen im Zeitalter ihrer Überflüssigkeit.
Über die Herkunft von Gruppen, Cliquen, Banden, Rackets und Gangs



Critica Diabolis 68

Paperback, 224 Seiten
16.- Euro
ISBN: 3-923118-97-X

Schon 1992 hatte Wolfgang Pohrt unter Berufung auf den Horkheimer-Satz, wonach die gesellschaftliche Herrschaft »aus ihrem eigenen ökonomischen Prinzip heraus in die Gangsterherrschaft« übergehe, die aktuelle Entwicklung beschrieben: »Der Rechtsbruch wird zur Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Wer an der Spitze steht, steht auch mit einem Bein im Knast.« Oder auch schon mal mit beiden, wenn es sich nicht vermeiden läßt. Top-Manager, Finanz-jongleure, und Baulöwen sitzen ein, und ein vorbestrafter Politiker sitzt einer Kommission vor, die die Zwangsarbeiterentschädigung verhandelt.
Statt noch einmal über die mittlerweile hinlänglich bekannten Machenschaften der herrschenden und der anderen Klassen sich zu verbreiten, unternimmt Pohrt den Versuch, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen sich auflöst, was Gesellschaft war, und an deren Stelle ein System von Gruppen, Cliquen und Banden tritt.


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Pressestimmen:

  • »In seinem neuen umfangreichen Essay untersucht Pohrt Erscheinungsweisen von 'Banden', die er zu diesem Zweck und erhellend weiter als gewöhnlich definiert... der unterhaltsame Stil sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich hier um eine fundierte sozialwissenschaftliche Studie handelt... Ein origineller Beitrag zur zeitgenössischen Kapitalismuskritik..« (Thomas Rothschild, Freitag)
  • »Pohrt schreibt so ruppig, wie Leitartikler gern schreiben würden. Er holt sich seine Munition aus der Geschichte der Mafia, von Karl Marx und Max Horkheimer. Seine Polemik liest sich so gut, daß vermutlich die meisten für einen Augenblick vergessen, wie wenig sie ihr glauben.« (Süddeutsche Zeitung)
  • »Trifft zu, was Pohrt behauptet, hat man nicht mit einem Ende mit Schrecken, sondern mit einem Schrecken ohne Ende zu rechnen. Beruhigend ist das nicht.« (junge welt)